Musikalisches Werminghoff

In der Zeit der Industrialisierung und durch die Eröffnung der Tagebaue zog es unzählige Menschen in die Lausitz, um sich ein Leben aufzubauen. Die meisten Menschen wohnten vor den Werktoren oder in der Nähe der Tagebaue und gestalteten dort ihr Leben und ihre Freizeit. Im Rahmen der neuen Dauerausstellung wird dem Leben der Arbeiter und ihrer Familien ein Ausstellungsraum gewidmet. Einzigartige Objekte erlauben einen Einblick in das Alltagsleben vor etwa 100 Jahren: eine Mandoline und die Gesangsbücher des Männerchores erzählen die Geschichte eines 'Musikalischen Werminghoffs'.
Leider ist gerade der Klang der einstigen 'Arbeitergeige' heute nur noch wenigen Menschen bekannt. Und welche Weisen haben die Männer der Werkssiedlung einst gesungen? Die Energiefabrik Knappenrode führt in diesem Jahr zusammen mit dem Bundinstrumentenorchester des Heinrich-Schütz-Konservatoriums in Dresden, dem Gitarrenorchester Iuventa Musica e. V. aus Hoyerswerda und dem Männerchor Lohsa e. V., früher Teil des Werksmännerchores Knappenrode, ein ungewöhnliches musikalisches Projekt durch. Gemeinsam lassen sie die Klangwelten von einst wieder aufleben. In diesen Vereinen und Orchestern finden sich Musiker und Musikerinnen im Alter von 12 bis 86 Jahren, die nun gemeinsam die alten Stücke und Lieder einstudieren, um sie als Untermalung und zur barrierefreien Erklärung der Ausstellungsstücke zu präsentieren.