Dauerausstellung

Monopoly

Ein sorbisches Sprichwort sagt 'Gott schuf die Lausitz, der Teufel die Kohle darunter'. Bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert verwendeten Bauern brennbare Erde, die teilweise offen zu Tage trat, zum Kochen und Heizen.
Eine industrielle Verwendung wurde jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts möglich, als durch technischen Fortschritt ein steigender Brennstoffbedarf entstand. Wichtigster Verbraucher war das traditionelle regionale Handwerk: Textilien, Keramik, Glas und Eisen.

Bis zur Anbindung der Lausitz an das Eisenbahnnetz hatte die Lausitzer Braunkohle selbst für die regionale Wirtschaft kaum Bedeutung. Schlechte, teils unpassierbare Wege behinderten den kontinuierlichen Fluss der Kohle zu den Verbrauchern. In Folge dessen waren selbst Industriebetriebe der Lausitz, wie das Lauchhammerwerk, auf den Import englischer Steinkohle angewiesen. Erst der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1867 und die Nähe zur rasant wachsenden Metropole Berlin ließen auch die Wirtschaftsregion Lausitz rasch wachsen. Alles, was die im Entstehen begriffene Mega-City dafür benötigte, gab es in der Lausitz: Glas, Ziegel, Eisen und Sand sowie Brenn- und Heizstoffe. Kapitalstarke Aktiengesellschaften verbanden das junge Montanrevier mit dem Berliner Markt und schufen innerhalb weniger Jahre eine leistungsfähige Industrieregion.

Für die heimische Bevölkerung war dieser Prozess mit dem Eindringen einer großen Zahl von Fremden verbunden, die ihre eigenen Erfahrungen und andere Kulturen mitbrachten. Da sich diese Fremden als Teil des erstrebenswerten Fortschritts sahen, waren sie nicht bereit, sich anzupassen. Im Gegenteil: Unter dem Druck der Veränderung sahen sich die hier Ansässigen genötigt, sich den Fremden anzupassen. Der Bergbau mit seiner Landschaft zerstörenden Wirkung beförderte diesen Prozess der Entwurzelung. Betroffen war insbesondere die sorbische Landbevölkerung. Sie wurde so zu einer ethnischen Minderheit, die aufgrund ihrer slawischen Wurzeln stark angefeindet wurde.