Ehrenfriedersdorfer Radpumpe

Historische Bedeutung

Historiker bezeichnen die Erfindung der Radpumpe als den wichtigsten Beitrag des erzgebirgischen Bergbaus zur Technikentwicklung im ausgehenden Mittelalter. Diese Feststellung bezieht sich im Wesentlichen auf die Anordnung der Pumpensätze und die Erfindung des Krummzapfens zur Umwandlung der Drehbewegung des Rades in die Auf- und Abbewegung der Pumpenkolben. Das Prinzip der Pumpe war im Bergbau der ganzen Welt bis in das 19. Jahrhundert hinein dominierend.
Die Tragweite der Erfindung ist aber vermutlich wesentlich größer, als bisher angenommen. Bei der Rekonstruktion der Anlage wurde anhand von vorhandenen Bühnenlöchern die Entdeckung gemacht, dass das Schachtgestänge nicht direkt am Krummzapfen befestigt war, sondern noch ein bewegliches Gestängestück zwischengeschaltet war, ein sogenannter Pleuel.  Ohne diese bahnbrechende Erfindung von Kurbel und Pleuel gäbe es heute wahrscheinlich keine Dampfmaschine, keinen Kompressor und keinen Kolbenmotor.
Mit der Anlage verfügt das Besucherbergwerk Ehrenfriedersdorf über eine weitere Attraktion, mit der die Bedeutung des erzgebirgischen Montanwesens als Voraussetzung für die Industrialisierung Sachsens eindrucksvoll unterstrichen wird.