Besucherbergwerk Zinngrube

Bergmännische Gewinnung von Zinnerz, die Aufbereitung von Zinnerz, die Verhüttung des Konzentrates und die Anwendung von Zinn

Bei uns erleben Sie den Bergbau in seiner ursprünglichen Form. Mit unserer Seilfahrtsanlage im Sauberger Haupt- und Richtschacht entführen wir Sie bis zu 100 m Teufe in das Innere des Sauberges hinein.
An zahlreichen Originalschauorten versetzen wir Sie in das Leben und die tägliche Arbeit der Bergleute verschiedenster Epochen, angefangen im späten Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Erfahrene Bergführer erzählen von der nunmehr knapp 800-jährigen Geschichte des Ehrenfriedersdorfer Zinn- und Silberbergbaus und versetzen Sie mit unserer originalen und voll funktionsfähigen Bergbaumaschinentechnik ins Staunen.

Ein 'Berggeschrey' hat es wahrscheinlich nicht gegeben, als um das Jahr 1240 im Seifental erstmals in Deutschland Zinnerz gefunden wurde. Umso größer und weitreichender waren die Folgen des Fundes, nicht nur weil damit das damalige englische Zinnmonopol gebrochen werden konnte, sondern es sich auch positiv und nachhaltig auf die Entwicklung unserer Region auswirkte.
Bereits im Jahre 1300 war ein intensiver untertägiger Bergbau auf Zinn, aber auch auf Silbererz, im Gange. In Wolkenstein war eine Münzprägewerkstatt in Betrieb, in der wahrscheinlich hauptsächlich Ehrenfriedersdorfer Silber verarbeitet wurde.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden in Ehrenfriedersdorf jährlich etwa 3000 Zentner Zinn produziert und der Ort stieg zur bedeutendsten Bergstadt des Erzgebirges auf.
Zwischen 1536 und 1570 wurde auf dem Niveau der Talsohle der Tiefe Sauberger Stolln mit einer Länge von 2,2 km zur Wasserlösung aufgefahren.
Um 1540 bauten Kunstmeister und Bergleute die von Georgius Agricola beschriebene Ehrenfriedersdorfer Radpumpe, deren Funktionsprinzip bis ins 19. Jahrhundert im Bergbau der Welt dominierend war. Durch technische Erfindungen und Weiterentwicklungen war es den hiesigen Bergleuten von da an möglich immer weiter in das Tief der Erde vorzudringen und das kostbare Material nach Übertage zu fördern.
Über die Jahrhunderte erlebte der Ehrenfriedersdorfer Bergbau Höhen und Tiefen. Im 20. Jahrhundert wurde Erz hauptsächlich für die Rüstungsindustrie gefördert. Zinn und Wolfram waren strategische Metalle. Zwischen 1916 und 1919 lief die Produktion auf Hochtouren. Die vorerst letzte Betriebsperiode begann 1936 und endete am 3. Oktober 1990 mit der Förderung des „Letzten Huntes“. Die Einstellung des Bergbaus erfolgte aus Kostengründen, denn die Lagerstättenvorräte hätten noch weit ins 21. Jahrhundert gereicht.
Geblieben ist ein Besucherbergwerk, das heute zum Museumsverbund Sächsisches Industriemuseum gehört. Das Bergwerk zählt zu den wenigen Anlagen seiner Art in Deutschland, die über eine intakte Seilfahrtsanlage verfügen. In 100 m Tiefe erwartet den Besucher ein Bergwerk im Originalzustand. Auf einer Vielzahl von Schauorten wird fast das gesamte Spektrum des erzgebirgischen Gangerzbergbaus dargestellt. Es werden zahlreiche druckluftbetriebene Bergbaugeräte vorgeführt, mit denen die ehemaligen Bergleute in der DDR selbst noch gearbeitet haben. Historischer und moderner Bergbau sind gleichermaßen zu erleben, wie die interessante, abwechslungsreiche und einzigartige Geologie der Lagerstätte.

Zur Einrichtung gehört eine umfangreiche geologisch-mineralogische Lagerstättensammlung mit über 1000 Schaustufen. An das Mineralogische Museum ist eine Edelsteinschleiferei angeschlossen.
Auf Grund der besonders reinen Atemluft im Bergwerk wird seit 1997 eine Station zur Behandlung von Atemwegserkrankungen betrieben. Besonders Asthmatiker und Allergiker können hier auf Linderung oder sogar Heilung hoffen. Messungen haben ergeben, dass die Atemluft im Berg bis zum Einhundertfachen sauberer ist, als über Tage.

  • Foto: Archiv Zinngrube
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