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Meine Erfahrungen mit der Treuhandpolitik. Erzählsalon | Sonntag, 20. Oktober, 15 Uhr

Moderation: Katrin Rohnstock, Kuratorin der Treuhand-Ausstellung

Die Treuhandpolitik brach 1990 wie ein Schicksalsschlag über die Ostdeutschen herein. 9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4,1 Millionen Arbeitsplätzen sollte die Treuhandanstalt innerhalb kürzester Zeit 'markttauglich' machen. Die Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Millionen Menschen wurden arbeitslos. Als Ausstellungsort für die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung beauftragte Schau 'Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale' könnte die Tuchfabrik Gebr. Pfau, in dessen Gebäude 1990 noch produziert wurde, kaum symbolträchtiger sein: Crimmitschau ist eine typische Industriestadt des 19. Jahrhunderts, in der vor allem Textilien hergestellt wurden. In der einstigen 'Stadt der 100 Schornsteine' existieren heute nur noch vier Textilbetriebe. Die Textilindustrie ist die von der Treuhand mit am meisten gebeutelte Branche – von 220.000 Arbeitsplätzen zu DDR-Zeiten sind heute 8.000 übrig.

Dieses bittere Kapitel in der Geschichte Westsachsens wurde bisher nur punktuell beschrieben. Die Erinnerungen der Menschen an diese Zeit müssen festgehalten und archiviert werden – für die nachfolgenden Generationen. Deshalb lädt das Berliner Unternehmen Rohnstock Biografien, das die Treuhand-Ausstellung kuratiert hat, in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und der Tuchfabrik Gebr. Pfau Menschen ein, die ihre eigene Treuhand-Geschichte erzählen möchten. Die Veranstalter wollen von ihnen erfahren, welche Rolle die Treuhandanstalt in ihrem Leben spielte – an ihren Arbeitsplätzen, in ihren Betrieben, in ihren Familien. Jeder ist eingeladen, im Erzählsalon seine persönliche Geschichte zu teilen – oder einfach zuzuhören.

Termin: 20. Oktober, 15 Uhr - 17.30 Uhr, ab 14 Uhr Ausstellungsrundgang mit Kuratorin Katrin Rohnstock

Eintritt: frei, Anmeldung erbeten an: info(at)rohnstock-biografien.de