Untergegangene Arbeitswelten | 10. Mai bis 4. August

Fotografien von Wolfgang G. Schröter

Wolfgang G. Schröter [1928 – 2012] war ein Meister der Reportage- und Industriefotografie und ließ untergegangene Arbeitswelten wieder lebendig werden. Die Auswahl von über 100 Aufnahmen reichte von den 1950er bis in die 1970er Jahre. Vom Heckert-Werk in Karl-Marx-Stadt über das Steinkohle-Bergwerk in Oelsnitz, die Porzellan-Manufaktur Meißen, das Fernsehgeräte-Werk in Radeberg bis zum Druckhaus Einheit in Leipzig und weiter führte die Reise durch Sachsen und angrenzende Stationen.

Einige dreidimensionale Artefakte, die in den Fotos vorkommen, sowie persönliche Accessoires des Fotografen ergänzten die Ausstellung.

Schröter interessierte sich für die technischen Details und wusste diese oft spektakulär in Szene zu setzen. Und fast immer nahm er die Menschen an ihren Arbeitsstätten mit vor die Linse und zeigte die Gabe, die von ihm Porträtierten im Moment der Aufnahme den Fotografen vergessen zu lassen.

Wolfgang G. Schröter stammte aus Halle und kam an der Filmprüfstelle in Agfa Wolfen mit der Fotografie in Kontakt. Er studierte Farbfotografie in Leipzig und war nach dem Krieg als Bildreporter, u. a. für die Illustrierte 'Freie Welt', unterwegs. Für Agfa/Orwo Wolfen und für Carl Zeiss Jena arbeitete er als Werksfotograf und erhielt von vielen anderen Unternehmen Aufträge. Vor allem davon lebt die Ausstellung.

Ab 1972 war Schröter Dozent für Farbfotografie und ab 1992 Professor für Medienkunst an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Er machte sich außerdem international einen Namen mit seinen Experimentalfotografien in den 1970er Jahren.

Der umfangreiche Nachlass des Fotografen befindet sich heute in der Deutschen Fotothek Dresden.

Die Ausstellung entstand mit großzügiger Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, in Kooperation mit der Deutschen Fotothek Dresden und Dr. Grit Wendelberger, Fotoarchiv Wolfgang G. Schröter, Halle/Saale.