Vereinskurier - Ausgabe 9 - Dezember 2003

Peter Stölzel

Das Museum für Wissenschaft und Industrie in Manchester

Ein voller Tag im Reiseablauf unserer Reisegruppe war dem Besuch dieses Museums gewidmet. Es befindet sich in einem Gelände mitten in der Stadt, auf dem 1830 die erste Eisenbahnstation der Welt errichtet wurde. Die Gebäude wurden sehr schön restauriert und bieten Platz für die diversen Ausstellungsräume des Museums.

Im Hauptgebäude (1) wird der Textilindustrie ein breiter Raum gegeben. Historische Baumwollspinn- und Verarbeitungsmaschinen werden in voller Funktion gezeigt; mit reichhaltigen Anschauungsmaterial wird der Weg der Baumwolle vom Anbau über die einzelnen Verarbeitungsstufen, weiter zum Färben bis zum Bedrucken der Stoffe dargestellt. Sehr interessant und anschaulich fanden wir die Vermittlung von Wissen durch die Vorführer an den verschiedenen Maschinen.

Im Lagergebäude (2) zeigt man, wie z. B. Eisenbahn, Elektrizität, Telefon und Computer das Leben der Menschen verändert haben.

Das Bahnhofsgebäude (3) vermittelt einen Eindruck, wie sich z. B. auf dem ältesten Passagierbahnhof der Welt das Leben vor 170 Jahren abspielte. Auch die Geschichte der Stadt Manchester von römischer Zeit bis zur ersten Industriestadt der Welt wird hier sehr eindrucksvoll dargestellt.

Die Dampfmaschinenhalle (4) enthält eine der weltgrößten Sammlungen noch funktionierender Dampfmaschinen. Hier konnten wir die Anfänge aus den Zeiten von James Watt bis zu Maschinen bestaunen, die noch im 20. Jahrhundert arbeiteten. Außerdem sind Autos, Motorräder und Fahr-räder zu sehen, welche in Manchester produziert worden. Ebenso sind Gas- und Dieselmotoren "Made in Manchester" hier ausgestellt.

Eine von der Firma Beyer-Peacock (gegründet 1853) aus Gorton (heute Stadtteil von Manchester) hergestellte Lokomotive, welche in Südafrika in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Einsatz kam, ist ein markantes Exponat in dieser Halle. Die Luft- und Raumfahrthalle (5), ein prächtiges Gebäude aus Gusseisen und Glas, wurde 1877 als Markthalle errichtet. Dort sind Exponate der britischen Luftfahrt von den Anfängen der Passagierfliegerei über die Verwendung beim Militär bis hin zu Darstellungen aus der Raumfahrt zu sehen.

Interessierte Besucher haben noch die Möglichkeit neben den normalen Ausstellungen Teile des Depots zu besichtigen, wo die verschiedensten Exponate wohlgeordnet hinter Glasabdeckungen zu sehen sind. Mit all dem Geschilderten wird deutlich, dass selbst ein ganzer Tag für den Besuch und das Kennenlernen des Museums zu wenig ist.

Auffällig für uns Besucher und sehr informativ war, dass in allen Ausstellungen des Museums sehr viel und detailliert mit Text- und Bildtafeln zusätzlich zu den Exponaten gearbeitet wurde. Damit ist jedem Besucher die Möglichkeit gegeben sich weitgehend zu informieren und die richtigen Zeitbezüge herzustellen.

Am Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass der Eintritt ins Museum kostenlos ist, wie für alle Museen in England, die sich im Eigentum des britischen Staates befinden.