Vereinskurier - Ausgabe 8 - August 2003

Günter Rudroph

Jubiläen von Bildungsstätten 2003

Wir können in diesem Jahr an drei Einrichtungen erinnern, die dazu beigetragen haben, technische Kenntnisse auf unterschiedlichem Niveau zu vermitteln. Dabei wird deutlich, dass gerade im Werkzeugmaschinenbau wesentliche Impulse auch aus dem sächsischen Raum kamen.

Es wurden in diesem Jahr

  • 75 Jahre: Industrieschule Chemnitz
  • 100 Jahre: Deutsches Museum München
  • 175 Jahre: Technische Universität Dresden


Industrieschule Chemnitz
Die Einweihung erfolgte am 15. Oktober 1928; zu dieser Zeit galt sie als die größte und modernste Berufsschule Deutschlands. Das Gebäude bildet zusammen mit dem Gebäude der Wasserwirtschaft in der Theresenstraße ein denkmalgeschütztes Ensemble (Architekt: Friedrich Wagner-Poltrock, Chemnitz). Die Schule fasste alle industriell orientierten Ausbildungszweige zusammen und hatte eine Kapazität von 5.000 Schülern sowie eine mustergültige schulhygienische und technische Ausstattung. In der DDR-Zeit wurde aus der lndustrieschule die Kommunale Berufsschule I. Die Berufsfelder wurden 1990/91 neu profiliert (Elektro- und Metalltechnik, Energie-, Radio-, Fernseh-, Industrie- und Kfz-Elektroniker, Gießer, Kfz- und Anlagenmechaniker). Seit 1996 erfolgen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im nunmehrigen Beruflichen Schulungszentrum für Technik I.

Deutsches Museum München
Das Museum entstand auf maßgebliche Initiative des Vorstandsmitgliedes der AEG Berlin, Oskar von Miller. Mit der Gründungsversammlung vom 28. Juni 1903 begann eine Entwicklung, die zu einem der bedeutendsten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Welt führte. Die Exponate füllen über 50.000 m2 Ausstellungsfläche, wobei die Besucher sich direkt mit vielen Ausstellungsstücken beschäftigen und so die Technik erleben können. Mit ca. 1,4 Mill. Besuchern im Jahr ist das Deutsche Museum das meistbesuchte Museum in Deutschland. Zu den Ausstellungsobjekten gehören auch Werkzeugmaschinen aus Chemnitz (Fa. Pfauter und Reinecker).

Technische Universität Dresden
Am 1. Mai 1828 wurde die Königlich Technische Bildungsanstalt Dresden gegründet, die sich noch 1851 auf Vorschlag von Prof. Andreas Schubert in Königl. Polytechnische Schule umbenannt wurde. Sie gliederte sich in die Fachrichtungen Maschinenbau und mechanische Technik, Bauwesen und Chemie. 1850 wird Prof. Julius Ambrosius Hülße nach erfolgreichem Wirken an der Chemnitzer Königlichen Gewerbschule Direktor der Schule, wobei er das Fach Technologie als eigenständiges Lehrfach einführt. Ein Schüler von Prof. Hülße führt 1871 die Vorlesung Werkzeugmaschinen ein. 1890 wurde die Bildungseinrichtung eine Technische Hochschule. 1906 konnte ein Lehrstuhl für "spezielle Technologie" eingerichtet werden, dem auch die Vorlesungen über Werkzeugmaschinen zufallen. Dafür wurde als Leiter Prof. Rudolf Hundhausen berufen. Am 1. April 1920 wird der Lehrstuhl für "Betriebswissenschaften" eingerichtet, dessen Leitung Dr.-Ing. Georg Sachsenberg 1921 übernahm. Am 30. September 1922 stellte Prof. Sachsenberg beim Kultusministerium den Antrag, ein "Institut für Werkzeugmaschinenuntersuchungen und Fertigungsverfahren" zu gründen. Diesem Antrag wird am 27. Februar 1923 entsprochen und Prof. Sachsenberg dessen erster Direktor. Sein erfolgreiches Wirken dauerte bis November 1939, wobei sich bereits seit 1933 die gesellschaftlichen Umstände für Prof. Sachsenberg zunehmend schwieriger gestalteten. Seine Nachfolger sind die Professoren Opitz und Kiekebusch.
Am 1. Januar 1954 kam es dann zur Bildung eines eigenständigen "Instituts für Werkzeugmaschinen" an der TU Dresden durch Ausgliederung des Lehrinhaltes "Werkzeugmaschinen und Hydraulik" aus dem "Institut für Betriebswissenschaft und Normung". Anfang 1958 wurde Prof. Dr.-Ing. habil. Horst Berthold als Leiter des Institutes berufen.
Heute ist die Technische Universität Dresden die größte Hochschule im Freistaat Sachsen. Hier wachsen neue Fachkräfte des Maschinenbaus heran, die künftig die Traditionen fortsetzen werden.