Vereinskurier - Ausgabe 6 - Dezember 2002

Presseinformation

150 Jahre Werkzeugmaschinenfabrik UNION

UNION, der Name steht für die älteste Spezialfabrik für die Entwicklung und Fertigung von Werkzeugmaschinen in Deutschland und Kontinentaleuropa.

Die Gründung des Unternehmens erfolgte am 14. September 1852 als "Mechanische Werkstatt zur Fertigung aller Art Werkzeuge, Maschinen und mechanischer Teile" durch David Gustav Diehl. Rasch entwickelte sich das Unternehmen zu einer führenden Werkzeugmaschinenfabrik, die im Jahre 1872 in die Aktiengesellschaft "Werkzeugmaschinenfabrik UNION" umgewandelt wurde. Zu dieser Zeit wurden neben Werkzeugmaschinen, wie Hobelmaschinen, Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Bohrmaschinen und Zubehör auch Textilmaschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Pumpen und andere technische Erzeugnisse produziert.

Im Jahr 1875 wurde das erste Bohrwerk, eine Waagerecht-Bohr- und Fräsmaschine mit senkrecht verstellbarem Aufspanntisch entwickelt. Etwa zehn Jahre danach begann die Spezialisierung des Unternehmens auf die Entwicklung und Fertigung von Bohrwerken aller Art.
Zu den Pionieren dieser Zeit sind bei UNION der Technische Leiter Oscar Ufert , der Oberingenieur Emil Diehl - Sohn des Firmengründers - und ab 1894 Friedrich Ruppert, der spätere Erfinder des "Ruppert´schen Zahnräderwechselgetriebes" zu nennen. Zur Jahrhundertwende hatte die "Spezialfabrik für Horizontalbohrwerke" bereits Weltruf erlangt.
Bei internationalen Messen und Ausstellungen konnte das Unternehmen für ausgestellte Exponate Goldmedaillen und Ehrendiplome entgegennehmen, so u. a. zu den Weltausstellungen 1900 in Paris und 1905 in Lüttich.
Im Jahr 1918 kam es mit dem bisherigen Hauptkonkurrenten, der Firma Karl Wetzel in Gera (gegründet im Jahr 1877 durch Karl Wetzel), zu einem Vertragsabschluss über die Aufteilung des Produktionsprogramms. In Chemnitz wurden ab diesem Zeitpunkt nur noch Bohrwerke bis 80 mm Spindeldurchmesser gefertigt, in Gera von 90 bis 150 mm Spindeldurchmesser. Im Jahr 1936 kam es zum Zusammenschluss von Wetzel und UNION.
Im 2. Weltkrieg wurden die Werke in Gera und Chemnitz zum Teil erheblich zerstört bzw. anschließend demontiert. Die Enteignung erfolgte 1947/48. Bis 1970 arbeiteten die UNION-Werke in Chemnitz und Gera selbständig. Mit Wirkung vom 01.01.1970 wurden beide Werke in das Werkzeugmaschinenkombinat "Fritz Heckert" eingebunden. Exportschwerpunkte lagen in der damaligen Bundesrepublik Deutschland, Westeuropa, Skandinavien, Nord- und Südamerika, Südostasien und Australien. In den Jahren von 1950 bis 1990 wurden 14.000 Bohrwerke, ab 1968/69 auch Bearbeitungszentren sowie flexible Maschinensysteme in über 56 Länder exportiert.

Mit der politischen Wende im Jahr 1989 erfolgte die Privatisierung der UNION mit dem Verkauf an die Firmen Schiess AG, Düsseldorf und Klöckner & Co. KG, Duisburg, sowie an die Dörries Schamann GmbH (später AG) und an die MIKRON AG, Schweiz.

1994 wurde das Werk in Gera geschlossen. Die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte und führte im Zusammenhang mit dem Konkurs der Bremer Vulkan Verbund AG (die Konzernmutter der Dörries Schamann AG) zum Kollaps. Mit der beantragten Gesamtvollstreckung im März 1996 stand das Aus der UNION bevor.

Daraufhin erarbeiteten mehrere Mitarbeiter eine Konzeption für die Fortführung des Unternehmens. Diese Konzeption führte am 23.09.1996 zur Gründung der "UNION Werkzeugmaschinenbau GmbH Chemnitz" als Mitarbeitergesellschaft. 100 ehemalige Mitarbeiter wurden Gesellschafter des Unternehmens. Dreizehn Mitarbeiter aus der Erzeugnisentwicklung, dem Vertrieb und Marketing nahmen am 01.10.1996 ihre Tätigkeit auf. Alle 100 Gesellschafter konnten bis Mitte 1997 als Mitarbeiter eingestellt werden.
Das erste neu entwickelte Erzeugnis, die UNION PC 130, konnte zur EMO (Exposition mondiale de la Machine Outil) 1997 in Hannover der Fachwelt vorgestellt werden. Jährlich folgten weitere Neuentwicklungen, die auf internationalen Messen gezeigt wurden.

Hohes technisches Niveau und ausgezeichnete Qualität, gepaart mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, sichern UNION alte sowie neue Kunden.
Die Palette von Bohrwerken und Bearbeitungszentren, die im Rahmen eines Baukastens in zwei Baugrößen entwickelt wurden, sorgen für eine große Kundenresonanz.
Waren es 1997 ca. 100 Mitarbeiter, so sind heute 174 Beschäftigte einschließlich 22 Auszubildende im Unternehmen tätig. Der Umsatz im Jahr 2001 betrug 23,2 Mio. €.