Museumskurier - Ausgabe 18 - Dezember 2006

Gisela Strobel

Weitgereister Neuzugang

Recht selten erhält das Industriemuseum Sammlungszuwachs aus dem Ausland. Im Juni 2006 kam wieder einmal ein solch rares Stück in unseren Bestand - das Maschinenschild einer 1910 hergestellten Maschine der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik vorm. Joh. Zimmermann. Der Überbringer, Vladimir Markl aus dem tschechischen Städtchen Orlova in der Nähe von Ostrava, hatte es abmontiert und damit vor dem Verschrotten bewahrt. Er konnte auch eine kurze Geschichte der Maschine erzählen, an der es sich ursprünglich befand:

"Das Firmenschild war Bestandteil einer Sägemaschine, die bei der Firma Žotic in Orlová-Poruba von 1911 bis 1994 stand und danach aus der Produktion ausgesondert wurde. Sie wurde dann dem Bergbaumuseum in Ostrava angeboten, aber der damalige Direktor lehnte sie ab. Die Maschine verblieb in der Firma und wurde im Februar 1997 zur Verschrottung vorgesehen. Das Firmenschild habe ich an dem Tag gesichert, als die Reste der Maschine abtransportiert werden sollten. Sie musste bis zum Eintreffen der Liquidationsgruppe demontiert werden. Nach einer chemischen Behandlung der Befestigungsschrauben, mit denen die Tafel an der Maschine angebracht war, gelang es wirklich, sie zu demontieren und sie dann in meine Sammlung einzugliedern. Eine Stunde nach Abschluss dieser Arbeit wurden die Reste der Maschine auf ein Auto gehoben und als Schrott abtransportiert."

Herr Markl nutzte nun eine Reise nach Chemnitz, um das Schild dem Industriemuseum zu schenken und damit gewissermaßen an seinen Geburtsort zurückzubringen.