Museumskurier - Ausgabe 17 - August 2006

Joachim Heppe

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder des Fördervereins Industriemuseum Chemnitz e. V.!

Viele von Ihnen wissen, teilweise auch durch ihre persönliche Teilnahme, dass die Sonderausstellung

"WEISSGLUT - VOM HANDWERK ZUR HIGHTECH-GIESSEREI"

am 16. Juni 2006 eröffnet wurde. Neben der Eröffnung war das erstmals veranstaltete "Gießertreffen" am 1. Juli 2006 ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte, auch weil die Organisatoren mit einer hohen Besucherzahl für ihre Mühen belohnt wurden.

Neben mehreren Superlativen (das kleinste, das größte, das "schnellste" und das älteste Gussteil in der Ausstellung) werden Prozesschritte erläutert und man kann die breite Palette von Anwendungen und Gusswerkstoffen kennenlernen. Ich bin überzeugt, dass die Bandbreite der Exponate bei allen Besuchern, vom technisch interessierten Schulkind bis zum praxiserprobten Ingenieur, einen "Aha-Effekt" auslösen wird. Dies ist auch Absicht, da die Branche einerseits kaum öffentlich in Erscheinung tritt, obwohl Gussteile überall erforderlich sind und andererseits das Hightech-Niveau bei Verfahren und Produkten zu erstaunlichen Erfolgen geführt hat. Deutschland ist in der Erzeugungsmenge an 5. Stelle in der Welt zu finden und ist führend in allen dazugehörigen technologischen Entwicklungen und Anwendungen.

Bedauerlich ist, dass die in der Region auflagenstärkste Tageszeitung "Freie Presse" von der Eröffnung keine Notiz genommen hat, obwohl Persönlichkeiten, wie Walter Christian Steinbach, Regierungspräsident Leipzig, Dr. Arnold Kawlath, Präsident des Deutschen Gießereiverbandes, und andere sich nicht nehmen ließen, Grußworte darzubieten.

Falls Sie als Mitglied des Fördervereins noch keine Zeit zum Besuch der Ausstellung hatten, sollten Sie dies nachholen und Freunde und Bekannte mitbringen.

Lassen Sie sich diese Gelegenheit nicht entgehen; bereits am 3. September wird die Sonderausstellung beendet. Wo haben Sie dann noch die Chance, z. B. den Zylinderkopf eines aktuellen FSI-Motors von VW einmal als Rohgussteil, einmal einbaufertig bearbeitet mit interessanten Schnitten und außerdem die die Innenkonturen gestaltenden Kerne original zu sehen? Wenn Sie dann noch überlegen, was der dazugehörige Wasserraumkern (bildet den Hohlraum für das Kühlwasser) in den Prozessstufen alles überstehen muss, dann werden Sie die kleine aber feine Gießerei-Branche allein an diesem Beispiel in einem anderen Licht sehen.

Dank gebührt Herrn Achim Dresler, dem es mit seinem Team gelang, die Exponate wirkungsvoll, bei einigen kann man sogar sagen "stimmungsvoll", zur Geltung zu bringen.

Glück auf!

Joachim Heppe
Leiter der AGr Gießerei