Museumskurier - Ausgabe 16 - April 2006

Dr. Jörg Feldkamp

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder des Fördervereins Industriemuseum Chemnitz e. V.!

Ein Kurier ist der Überbringer einer Nachricht oder eines kleinen Gegenstandes, der vielleicht eine Nachricht enthält. Wenn es schnell gehen soll, bevorzugt der Absender lieber einen flotten Kurier und nicht die behäbige Post.

Der Förderverein Industriemuseum Chemnitz e. V. liefert nunmehr schon den 16. Kurier an seine Mitglieder aus - schnell, pünktlich und informativ. Zeit also, auch einmal an dieser Stelle seinen Machern zu danken. Das sind die Autoren der erschienenen Beiträge, das sind in erster Linie aber unsere beiden Redakteure Ulrich Sacher und Peter Stölzel, die ehrenamtlich viele Stunden in die uns allen lieb gewordene Vereinszeitschrift investiert haben und versprechen, auch die nächsten Ausgaben vorzubereiten und ausliefern zu wollen. Dank also an Sie beide, Ulrich Sacher und Peter Stölzel! Was wäre ein Kurier ohne zuverlässige und kräftige Pferde?!

Die Neuerung aber ist, dass aus dem Vereinskurier ein Museumskurier geworden ist. Sollen hier etwa die Pferde gewechselt werden? Nein, ganz im Gegenteil. Der Namenswechsel ist auch ein Ausdruck des immer stärkeren Zusammenwachsens von Förderverein und Museum in der Arbeitsaufteilung und bei der Verwirklichung gemeinsamer Ziele. Das ist an den Ergebnissen der aktiven Arbeitsgruppen im Förderverein ebenso abzulesen wie an der ab sofort durchmischten Berichterstattung aus dem Vereinsleben und der Museumspraxis.

Das wird nicht zuletzt auch die Auflage des Museumskuriers erhöhen, der nunmehr auch außerhalb des Vereins wahrgenommen werden soll und wird und damit das Industriemuseum Chemnitz - auch dank seines außergewöhnlich aktiven Fördervereins - noch stärker in das kulturelle und gesellschaftliche Leben unserer Stadt integrieren hilft.

Tatsächlich ist die Zahl der Besucher unseres Museums im vergangenen Jahr zurückgegangen, auch wenn wir 2005 vermutlich immer noch das meistbesuchte Museum in unserer Stadt waren. Das hat unterschiedliche Gründe. Da gibt es das bundesweit festzustellende Nachlassen des Interesses an kulturellen Angeboten jeder Art, da gibt es für die Chemnitzer eine gewisse Sättigung an der Dauerausstellung unseres Hauses und vielleicht auch ein museales Überangebot in Chemnitz, so dass ein Anstieg der auswärtigen Besucher festzustellen ist. Dem allgemein nachlassenden Interesse ist nur mit gewaltigen Anstrengungen im Sonderausstellungs- und Veranstaltungsbereich entgegenzuwirken. Die Ansprüche des Publikums aber werden immer größer, so dass auf Seiten der Veranstalter die Etats immer mehr wachsen müssen - auch die Werbeetats.

Bürgerschaftliches Engagement, zufriedene bis begeisterte Vereinsmitglieder, die ihr Museum hochhalten und denen empfehlen, die sich bisher noch nicht angesprochen fühlten, mag auch die kulturpolitische Lage verbessern helfen, die mir in Chemnitz zur Zeit etwas schief zu liegen scheint.

Nutzen wir also gemeinsam den Museumskurier, um unser Haus seinem international guten Ruf entsprechend auch in Sachsen wie in Chemnitz angemessen zu vertreten.

Und vielleicht wird eines Tages aus unserem Museumskurier das "Chemnitzer Museumsjournal", das regelmäßig über alle Museen in dieser Stadt berichtet und von allen kunstsinnigen wie kulturell interessierten Bürgern vierteljährlich oder monatlich schon ungeduldig erwartet wird.

Das wünscht sich für die MUSEUMSstadt Chemnitz

Ihr

Dr. Jörg Feldkamp
Direktor Industriemuseum Chemnitz