Vereinskurier - Ausgabe 15 - Dezember 2005

Dieter Wisotzki

VW-Prominente fahren zur "Sachsen Classic"

Vom 22. bis 24.September 2005 präsentierte sich zum dritten Male die internationale Oldtimer-Rallye "Sachsen Classic" in unserer Region, einer Wiege des deutschen Automobilbaues. In einem relativ kurzen Zeitraum hat sie sich zu einer der ganz großen Oldtimerfahrten in Europa entwickelt.

Mit der "Sachsen Classic" erfolgt eine Verbeugung vor den sächsischen Autopionieren aus der ruhmreichen Ära der Auto Union (Horch, Audi, DKW und Wanderer) und vielen anderen Herstellern.

Am Start waren über 170 Fahrzeuge und zum ersten Mal auch attraktive "YOUNGTIMER" bis zum Baujahr 1988. Die Strecke führte in drei Etappen mit 18 Wertungsprüfungen und einer Gesamtlänge von 525 km von Zwickau über Chemnitz (Wasserschloss Klaffenbach), Freiberg, Dresden (Gläserne Manufaktur) und - erstmals - auch in die Böhmische Schweiz nach Tschechien.

Mehrere Automuseen waren am Start vertreten, voran das Škoda-Museum mit zehn Fahrzeugen. Es war eine Augenweide, die Start-Nr.1 einen Škoda-Rennwagen Laurin & Klement 300 aus dem Jahre 1920 in Aktion zu sehen - und zu hören. Es folgten das Audi-Museum mit dem berühmten Horch 853, einem der schönsten Sportwagen seiner Zeit und natürlich Wanderer-Fahrzeuge aus Siegmar-Schönau, u. a. ein W 52-Cabrio (1938) und ein Nachbau Wanderer Stromlinie (1938/2003). In der Startaufstellung waren vertreten: DKW F5 Roadster (1936), Daimler DB 18 Abott of Farnham (1939), Maserati A&GCS 53 (1954) und aus der Region ein Wartburg 311 Cabrio (1958), ein Melkus RS 1000 (1969), ein IFA Kübelwagen P2M (1956), einst gefertigt im Fahrzeugwerk Karl-Marx-Stadt (heute: VW Sachsen Motorenfertigung GmbH Chemnitz) sowie weitere bekannte namhafte Fahrzeugmarken.

Am Start waren viele "Promis" u.a. Prinz Leopold von Bayern sowie Prinz Alexander von Sachsen, die Ehrenbürger von Chemnitz Prof. Carl H. Hahn, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und der ehemalige Markenvorstand von Volkswagen, Prof. Folker Weißgerber. Beide sind gebürtige Chemnitzer, denen die Wirtschaftsregion Zwickau-Chemnitz nach der politischen Wende viel zu verdanken hat. Unter Dr. Hahn kam es bereits 1984 zum Vertragsabschluss und im Jahre 1988 zur Produktionsaufnahme von VW-Motoren in Karl-Marx-Stadt. Durch seine Impulse erfolgte auch der Aufbau der Fahrzeugproduktion in Zwickau-Mosel, beginnend im Jahre 1990.

Auch Professor Weißgerber, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der VW-Sachsen GmbH, hat maßgeblichen Anteil am Ausbau von VW-Sachsen zu flexiblen Fertigungsstätten für die Fahrzeugtypen Golf und Passat.

Am Rande der Rallye hatte ich im Wasserschloss Klaffenbach eine Begegnung mit Prof. Hahn. Als Mitarbeiter der VW-Motorenfertigung Chemnitz bedankte ich mich bei ihm für seinen erheblichen Anteil beim Aufbau der Produktionskapazitäten von Fahrzeugen und auch Motoren in Mosel und Chemnitz, die heute zu den modernsten in Europa zählen. Durch seine Mitwirkung wurde nicht nur mein Arbeitsplatz, sondern auch der vieler Kollegen über die Wendejahre gesichert. Zur Erinnerung gab er mir eine Widmung in das Buch "10 Jahre VW-Sachsen 2000".

Immerhin sind heute 7.400 Mitarbeiter bei Volkswagen Sachsen GmbH direkt beschäftigt, die - und deren Familien - damit eine Perspektive in Sachsen besitzen. Man kann sagen, dass VW Sachsen in dieser Form ein Leuchtturm in der Region ist. Leider gibt es noch zu wenige Unternehmen, die den Menschen hier Arbeit und auch soziale Sicherheit geben.

Ich erlebte Professor Hahn bereits bei der Grundsteinlegung (1992) des neuen Motorenwerkes in Chemnitz. Für Ihn war es eine Selbstverständlichkeit, den Menschen hier in der Region eine neue Perspektive zu geben. In der kurzen Ansprache würdigte er damals besonders das Wissen und Engagement der Ingenieure und Facharbeiter in Sachsen.