Vereinskurier - Ausgabe 11 - August 2004

Eberhard Kreßner

Die Arbeitsgruppe Kraftfahrzeugtechnik

Seit dem Anfang des Jahres 2004 gesellt sich zu den bereits im Förderverein bestehenden AGr die Arbeitsgruppe Kraftfahrzeugtechnik. Ihre Ziele, das inhaltliche Konzept und weitere Schwerpunkte sollen im Weiteren hier vorgestellt werden:

Chemnitz ist seit dem Anfang des letzten Jahrhunderts eine Stadt des Kraftfahrzeugbaus und sie ist es auch geblieben; heute werden hier moderne Motoren entwickelt und gebaut. Die Tradition und das Andenken an den sächsischen Kraftfahrzeugbau, insbesondere an die Chemnitzer AUTO UNION AG, durch Recherchen, Vorträge, Exkursionen zu bewahren und das Industriemuseum durch Zuarbeit von historischen Fakten sowie beim Auffinden weiterer interessanter Exponate zu unterstützen, ist das Hauptziel der AGr-Mitglieder.

Das besondere Bemühen wird im Aufbau einer thematischen Sammlung / Ausstellung mit dem Arbeitstitel:

"Kraftfahrzeugtechnik / umweltschonende Mobilität"

gesehen. Es ist das Anliegen, verschiedene Entwicklungsrichtungen umweltverträglicher und alternativer Kraftfahrzeugantriebe an Hand von im Industriemuseum bereits vorhandenen und von noch zu erwerbenden Exponaten zu zeigen und darzulegen. Damit wird eine Problematik von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung aufgegriffen, die Fahrzeugausstellung im Museum weitestgehend unter einem Konzept geordnet und - das halten wir für wichtig und notwendig - eine inhaltliche Abgrenzung gegenüber den in der Region vielfach existierenden "reinen" Fahrzeugmuseen erreicht.

Eine solche thematische Ausstellung hat bei gründlicher Erarbeitung einen informativen und pädagogischen Wert und dient zusätzlich der Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, einem Anliegen, dem nicht genug Beachtung geschenkt werden kann.

Das inhaltliche Konzept sieht vor, historische und moderne kraftstoffsparende Fahrzeug- und Motortechnologien, sinnvolle alternative Antriebstechnik und Innovationen vorzustellen, die der Verbrauchsreduzierung, damit der Verringerung des Schadstoff- und CO2 -Ausstoßes und der Minderung der Schallemission dienen (dazu gehören u.a. moderne Methoden der Kraftstoffeinspritztechnik, Katalysatortechnologien, Diesel-Rußfilter, variable Ventilsteuerung, Aussagen zu alternativen Kraftstoffen, wie Erdgas, Biogas, Bio-Diesel, Pflanzenöl, Wasserstoff usw. aber auch zu z.B. Batterie- und Brennstoffzellen-, Elektro-, Hybrid- und Dampf-Antriebstechnik).

Die Sammlung / Ausstellung wird aus historischen und modernen Fahrzeugen, Motoren, Baugruppen, Schnitt- und Funktionsmodellen, Anschauungstafeln und Grafiken bestehen. Für das jeweilige Exponat oder Prinzip wird der innovative Charakter bezüglich wirtschaftlicher und ökologischer Inhalte in Wort und Bild veranschaulicht.

Als vorhandener Grundstock der Sammlung sind E-Karren, E-Barkas, VW-Citystromer, Sachsenring "uni1" und verschiedene VW-Motoren zu betrachten.

Zur angedachten Erweiterung wird die Beschaffung weiterer Fahrzeuge, wie z.B. weitere Elektrofahrzeuge, ein altes E-Postmobil, MZ-Elektroroller "Charly", Diamant E-Fahrrad, das Modell eines Dampfmotors in einem Kleinwagen des VW-Konzerns, Hybridantriebs-Demomodell für den "uni1", Toyota-Hybridtechnik, Modelle und Originale zur modernen Dieseleinspritztechnik, Technologien zur Abgasbehandlung, Möglichkeiten der Ventilsteuerung und weiteres zu erwägen sein. Auch historische Motoren aus Chemnitz (K.-M.-Stadt), wie Kreiskolbenmotoren, Dieselmotor für Trabant, common rail-Diesel aus den 80er Jahren, erster in Chemnitz gebauter VW-Motor sollten aufgespürt und der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Um die Sammlung zu erweitern und die wissenschaftliche und technische Aussagekraft zu gewährleisten, sollen als mögliche Partner neben dem IMC einschlägige Betriebe und Kontaktpersonen gewonnen werden. Wir denken zunächst an:

  • IAV GmbH Chemnitz
  • VW Sachsen GmbH, Motorenwerk Chemnitz
  • Siemens VDO Automotive AG, Limbach-Oberfrohna
  • TÜV, DEKRA

Junge Menschen für technische Berufe zu interessieren, sie auf die Leistungen der Vorfahren und die heute in unserer Region wirkenden Unternehmen und Persönlichkeiten aufmerksam zu machen, ist u.a. ein Anliegen der Museumspädagogik. Kraftfahrzeugtechnik übt auf einen hohen Prozentsatz der Jugendlichen eine nicht zu unterschätzende Anziehungskraft aus.

Die Arbeitsgruppe wird das Industriemuseum bei diesem Angebot unterstützen. Für einen Kursus Antriebstechnik sehen wir noch interessante, einzubringende Ergänzungen. So bemühen wir uns gegenwärtig um die Inbetriebnahme eines Lehrmodells für die Darstellung der Wirkungsweise einer Brennstoffzelle.

Um die genannten Ziele erreichen zu können, sind aktiv mitarbeitende Mitglieder jederzeit willkommen. Dafür Interessierte melden sich bitte bei Herrn Eberhard Kreßner: Tel. (03 71) 7 43 88 oder per e-mail: e.kressner@surf-club.de oder im Förderverein.