Vereinskurier - Ausgabe 10 - April 2004

Dr. Wolfram Hoschke

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde des Fördervereins Industriemuseum Chemnitz e.V.,

anlässlich der Jahreshauptversammlung am 31. Januar 2004 übernahm ich vom bisherigen Vorsitzenden und jetzigen Ehrenvorsitzenden, Herrn Prof. Armin Russig, den Staffelstab des Vorsitzenden des Fördervereins Industriemuseum Chemnitz e.V.

Für mich als Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen - am 21. April seit 14 Jahren - ist dies eine weitere ehrenamtliche Aufgabe, die jedoch nicht, wie viele andere, funktionsgebunden ist. Und trotzdem sehe ich eine enge Verbindung zu meiner beruflichen Tätigkeit!

Die Stadt Chemnitz und ihre Umgebung ist wie wenige Regionen Deutschlands durch eine breite Industriestruktur geprägt, deren Wurzeln bis in die Zeit eines Georgius Agricola - er wirkte ab 1531 bis 1555 als Arzt, Mineraloge und Montanwissenschaftler sowie mehrfach als Bürgermeister in Chemnitz - und noch früher zurückgehen. Die Textilindustrie, der Maschinen- sowie der Fahrzeugbau haben in der großen Vielfalt aller ihrer Komponenten als wichtigste Grundlage für weltweit anerkannte Spitzenprodukte immer hoch motivierte und bestens qualifizierte Fach-leute von der Forschung über die Entwicklung bis zur Produktion und - nicht zu vergessen - bis zum Verkauf gebraucht.

Das setzte immer die frühzeitige anschauliche Beschäftigung mit allen Facetten der Technik und ihrer Nutzung voraus, um Interessen zu entwickeln und Kreativität zu entfalten.

In einer Zeit, in der 4 Mio. Menschen in Deutschland arbeitslos sind und zugleich hochqualifizierte Fachkräfte gesucht werden, muss die Jugend so früh als möglich für die Technik und die ihr verbundenen Berufe begeistert werden. Das Industriemuseum ist ebenso wie viele andere technische Museen der Region bestens geeignet, technisches Interesse zu wecken. Es bietet sich - wie bereits mehrfach bewiesen - bestens dafür an, in thematisch gestalteten Ausstellungen die Historie mit aktuellen Produkten zu verbinden. Diese Chance steht nach meiner Auffassung grundsätzlich jedem Unternehmen der Region offen. Es könnten Exponate des eigenen "Werksmuseums" ebenso wie die aktuellen "Neuentwicklungen" zur Schau gestellt werden, wie auch das Wissen der älteren Generationen dokumentiert werden. Für Letzteres zählt eigentlich jeder Tag und gilt deswegen mein Appell:

Sehr geehrte Damen und Herren, der Förderverein Industriemuseum Chemnitz e.V. wird sich - wie bisher - für die Entwicklung des Industriemuseums als eines der Museen und eine der Sammlungen, die in ihrer gleichberechtigten Vielfalt Chemnitz für Einwohner und Besucher gleichermaßen interessant und attraktiv macht, engagieren. Dafür wird jede konstruktive Unterstützung gebraucht. Helfen Sie mit!


Dr. Wolfram Hoschke
Vorsitzender