Vereinskurier - Ausgabe 10 - April 2004

Ulrich Sacher

Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit

"Es gibt wohl kaum einen anderen Anlass in Deutschland, der so vielen Bürgerinnen und Bürgern gewidmet ist wie der Tag des Ehrenamtes. Über ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands bringt sich mit ehrenamtlicher Arbeit in unser gesellschaftliches Leben ein. Ohne dieses Engagement wäre unser tägliches Leben, wäre unsere Gesellschaft nicht nur sehr viel ärmer, sondern sie könnte auf die Dauer nicht existieren". Mit diesen Worten würdigte der Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, Herr Dr. Peter Seifert, auf einem Empfang im Dezember des vergangenen Jahres 80 Chemnitzerinnen und Chemnitzer, die sich in uneigennütziger Arbeit um das Gemeinwohl bemühen.

In dieser Ehrenrunde waren auch Mitglieder des Fördervereins Industriemuseum Chemnitz e.V. vertreten, die im Einzelnen hier vorgestellt werden sollen:

Frau Annemarie Eschholz ist seit 1995 Mitglied des Fördervereins und gehört der Seniorengruppe Textiltechnik an. Monatlich mehr als 30 Stunden widmet sie sich der dokumentarischen Erfassung textiler Produkte und deren fachgerechter Lagerung, sie wirkt bei der Gestaltung und Betreuung von Fachveranstaltungen mit und unterstützt das Industriemuseum Chemnitz bei der Vorbereitung und Durchführung von Schülerferienprogrammen.

Herr Jürgen Held ist seit vielen Jahren aktives Mitglied der Arbeitsgruppe Werkzeugmaschinen. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit auf dem Gebiet elektronischer Steuerungen ist er einer der wenigen Fachleute, die dem Industriemuseum bei der Wiederinbetriebnahme des flächenmäßig größten Exponates, dem Flexiblen Maschinensystem FMS 630 vom Stammbetrieb des Fritz-Heckert-Kombinates, helfen konnten. Er war die fachliche Leitperson, ohne die zur Eröffnung des Museums eine Vorführung des Systems überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Oftmals weit über acht Stunden täglich leistete Herr Held insgesamt über 2100 Stunden an "seinem" Objekt.

Herr Günter Wolfgruber ist - in Deutschland - einer der ganz wenigen verbliebenen Spezialisten aus dem Bereich Instandhaltung von Dampfmaschinen; ohne ihn und seine fachlichen Kenntnisse hätte die Dampfmaschine nicht restauriert und in Betrieb genommen werden können. Im Dampfbetrieb gibt es in Sachsen noch eine kleine museale Maschine, bundesweit wahrscheinlich nur fünf Exemplare. Herr Wolfgruber leistete für das IMC im Zeitraum von September 1998 bis Juni 2003 ehrenamtlich ca. 2.500 Arbeitsstunden und erhielt dafür lediglich eine Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten, Arbeitskleidung etc.

Seit Jahrzehnten widmet sich Herr Dr. Gert Richter - ehemaliger Leiter des Stadtarchivs Chemnitz und Vorsitzender des Chemnitzer Geschichtsvereins (nach 1990) - der Forschung auf dem Gebiet Chemnitzer Stadtgeschichte. Dafür wurde er auf dem Empfang des Oberbürgermeisters mit einer Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Chemnitz gewürdigt.

Der Vorstand des Fördervereins schließt sich den zahlreichen Glückwünschen an und möchte vor allem die selbstlose Arbeit der Geehrten, bei der oftmals die Familie und ganz persönliche Interessen dieser ehrenamtlichen Tätigkeit untergeordnet wurden, würdigen.