Die Sammlung des Industriemuseums Chemnitz

Objekt des Monats Juni – Esda Damenstrumpf

Hersteller: VEB Feinstrumpfwerke Esda Thalheim/Erzgebirge, Stammbetrieb des VEB Strumpfkombinats Esda Thalheim
Datierung: nach 1970
Maße: Verpackung 23 x 18,6 x 0,8 cm

Im Juni beginnt offiziell der Sommer, die Temperaturen steigen endlich und es wird Zeit die Sommerbekleidung aus dem Schrank zu holen, z. B. kurze Kleider und Röcke. Dazu trug Frau in der DDR gerne Strümpfe und Strumpfhosen der Marke Esda. Solche Strümpfe kamen als Neuzugang in die Textilsammlung des Industriemuseums Chemnitz. Sie wurden nie getragen. Auf der Originalverpackung ist sogar der Aufkleber mit dem Preis, 4,50 Mark, erhalten. Ein Logo auf der Rückseite verrät außerdem, dass sie aus Dederon bestehen. Dahinter verbirgt sich die, in den 1930er Jahren in den USA entwickelte, Polyamid-Kunstfaser Nylon bzw. Perlon, die in der DDR den neuen Namen ‚DeDeRon‘ bekommen hatte.

Objekt des Monats Mai – Kabelmesskoffer

Hersteller: Hartmann & Braun AG, Frankfurt am Main
Datierung: nach 1950
Maße: geschlossen 19 cm x 51,5 cm x 40 cm

Was machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Museums, wenn sie keine Gäste empfangen können? Sie kümmern sich unter anderem um die Sammlung. Im Industriemuseum Chemnitz werden mehrere Regale im Depot umgebaut. Die neuen rollbaren Regalanlagen sorgen dafür, dass die wertvollen Museumsobjekte zukünftig platzsparender aufbewahrt werden können. Auch die Messgeräte müssen umziehen. Zu diesen Objekten gehört auch ein Kabelmesskoffer mit Zubehör und Anleitung der Firma Hartmann & Braun AG, Frankfurt am Main, aus der Zeit nach 1950. Dieses Gerät war bis in die 1980er Jahre im Fernmeldebauamt Karl-Marx-Stadt der Deutschen Post [Ost] im Einsatz und wurde neu in den Sammlungsbestand aufgenommen. Das Galvanometer im Innern des Messgerätes diente der Messung von elektrischem Strom. Damit konnten die Fernmeldetechniker der Post Kabelstörungen, z. B. einen Kabelbruch im Fernmeldekabel, im Telefonnetz mit einer Genauigkeit von wenigen Metern einmessen und orten.

Auch unsere moderne Kommunikationstechnik kommt nicht ohne die bis zum Router in der Wohnung oder bis zum Sendemast verlegten Kabel aus. Wird ein Kabel durch Baumaßnahmen oder andere Einflüsse beschädigt, wird auch die Telekommunikation für die Nutzer gestört. Ohne Kabelmessung, die heute meist digital stattfindet, kann die Störstelle nicht lokalisiert und repariert werden.

Das Kabelmessgerät der Firma Hartmann & Braun AG bekommt jetzt einen Platz im neuen Depotregal des Industriemuseums Chemnitz und wird später vielleicht in einer Ausstellung gezeigt.

Objekt des Monats April – Sitzei

Hersteller: Peter Ghyczy (Entwurf), VEB Synthesewerk Schwarzheide (Herstellung)
Datierung: 1. Hälfte 1970er Jahre
Maße: geschlossen ca. 50 cm x 75 cm x 85 cm; geöffnet ca. 105 cm x 75 cm x 85 cm

Das Industriemuseum Chemnitz hat ein besonderes Osterei in seiner Sammlung gefunden. Das weiße 'Sitzei' mit rotem Polster ist nicht zu übersehen. Der Designer Peter Ghyczy (geb. 1940) entwarf den aufklappbaren und wetterfesten Sessel 1968 als Gartenmöbel. Sein Arbeitgeber, die niedersächsische Firma Elastogran in Lemförde, suchte damals nach Anwendungsmöglichkeiten für das neue Material Polyurethan. Die ersten Exemplare entstanden in der BRD, die Serienproduktion erfolgte dann aber in der DDR. Der Volkseigene Betrieb Synthesewerk Schwarzheide bei Senftenberg stellte die 'Sitzeier' in der ersten Hälfte der 1970er Jahre her. Verkauft wurden sie in Ost und West.

  • [Fotografin: Marion Kaiser]
  • [Fotografin: Marion Kaiser]
  • [Fotografin: Marion Kaiser]
  • [Fotografin: Marion Kaiser]

Objekt des Monats März – Fußwärmer 'Sandalon'

Hersteller: VEB Elektrogerätebau Friedersdorf
Datierung: 1976
Maße: 13 x 32 x 25 cm Kartonunter- und oberteil, 12 x 31 x 25 cm Fußwärmer, 195 cm Kabel, 14,5/25,5 x 12,8 cm Bedienungsanleitung

Ein Hilfsmittel für kalte Wintertage ist dieser Neuzugang in der Sammlung des Industriemuseums Chemnitz. Warme Füße zu Hause und im Büro verspricht schon die farbenfrohe Verpackung des elektrisch beheizten Wärmeschuhs der Marke 'Sandalon'. Der Hersteller war der VEB Elektrogerätebau Friedersdorf, ein Volkseigener Betrieb in der sächsischen Oberlausitz. Laut der beiliegenden Bedienungsanleitung wurde das Stück 1976 für 38 Mark und 65 Pfennige angeboten. Dafür bekamen die Käufer einen weich gefütterten Schuh, in welchen sie beide Füße stecken konnte. Dann musste nur noch der Stecker in die Steckdose und schon heizte sich der Schuh über die Sohle auf.

  • [Fotografin: Marion Kaiser]
  • [Fotografin: Marion Kaiser]
  • [Fotografin: Marion Kaiser]
  • [Fotografin: Marion Kaiser]