Die Jugend der Anderen | 22. Oktober 2017 bis 24. April 2018

Fotografien aus dem Jugendwerkhof Crimmitschau 1982/83 und Gespräche mit ehemaligen Insassinnen 30 Jahre später

Ausstellungsplakat

Für ihre Diplomarbeit an der renommierten Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bekam Christiane Eisler 1982/83 die Genehmigung im Jugendwerkhof Crimmitschau zu fotografieren. Über mehrere Monate hinweg belichtete sie ca. 90 Filme, die den Alltag und die innere Verfassung der dort lebenden 160 Mädchen auf subtile Weise und mit einem kritischen Blick einfangen. In Umfang und dokumentarischer Qualität sind diese Aufnahmen einmalig.

Dreißig Jahre später wurden ehemalige Bewohnerinnen der Einrichtung in Crimmitschau ausfindig gemacht und erneut von Christiane Eisler fotografiert. Sie erzählten über sich und ihr Leben, berichteten über ihre damaligen Erlebnisse und beschrieben, welche Auswirkungen die Monate im Jugendwerkhof auf ihr gesamtes Leben hatten. Materialien wie Wochenberichte sowie Tages- und Wochenpläne aus den Jahren 1981-1983 ergänzen die Dokumentation. Gemeinsam mit der Fotografin hat die Leipziger Journalistin Gundula Lasch die Interviews geführt.

Um stärker für das verdrängte Thema zu sensibilisieren, Vorurteile abzubauen und Realität von DDR-Heimerziehung sichtbar zu machen, ist eine großformatige mobile Ausstellung entstanden, welche Fotografien von damals und heute umfasst. Zudem stellt die Ausstellung in Form von Erinnerungsprotokollen exemplarische Einzelschicksale der Mädchen des ehemaligen Jugendwerkhofs Crimmitschau vor.

 

Fotografien von Christiane Eisler und Texte von Gundula Lasch

Mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Europa

Ausstellung der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau