Textildruckmodel. Die Sammlung Blum | 11. Juli - 3. November 2013

Präsentation der Sammlung mit über 40 Stoffdruckmodeln

Seit dem frühen Mittelalter wurden Stoffe mit geschnitzten Holzstempeln bedruckt. Diese Model fertigte man vorwiegend aus weichem Birnbaum-Holz, da sich dieses gut bearbeiten ließ.

Die hier gezeigte Sammlung bot einen guten Überblick über die Vielfältigkeit der Model und ließ erahnen, wie aufwändig ihre Herstellung war. Das Muster wurde ausgestochen oder ausgebrannt. Es gab aus Holz gestochene Formen, Exemplare mit aufgesetzten Metallteilen oder ganzen Metallplatten, aber auch die Kombination aus den verschiedenen Varianten.

Ebenso mannigfaltig war ihr Einsatz. Beim Blaudruck wurden die metallbesetzten Model mit Wachs bestrichen, auf den Stoff aufgedruckt und dieser anschließend eingefärbt. So entstand ein weißes Muster auf blauen Grund. Die Holzmodel fanden eher im Bereich des Positivdrucks Verwendung. Hier wurde ein weißer Stoff mit farbigen Mustern verziert.

In den Manufakturen arbeiteten neben dem Drucker auch Streichjungen. Sie waren für das Auffüllen des Farbkissens zuständig - ähnlich wie beim Stempeldruck. Der Drucker setzte dann die Druckform auf das Kissen, wobei die hochgesetzten Stellen die Farbe aufnahmen. Anschließend drückte er die Form auf den Stoff und klopfte sie mit einem Hammer fest, um eine gleichmäßige Farbübertragung zu erzielen. Gedruckt wurde dabei nur mit Muskelkraft und jede Farbe des Musters benötigte einen eigenen Stempel.

Auf die Dauer konnte sich der Druck mit Holzformen nicht halten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ging man mehr und mehr vom Handdruck zum maschinellen Walzendruck über. Mittlerweile war aber auch die Weberei in der Lage, bunte und gemusterte Stoffe herzustellen und drängte den Kattundruck weiter zurück.

In Chemnitz gab es die erste Kattundruckerei 1770 und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Kattundruck hier zum wichtigsten Gewerbe. Dabei verbirgt sich hinter dem Wort 'Kattun' [von arabisch katon, 'Baumwolle'] ein glattes und ziemlich dichtes Baumwoll-Gewebe in Leinwandbindung. Mit der Möglichkeit, ihn nicht mehr nur einfarbig oder gestreift herzustellen, kam der Kattun mehr und mehr in Mode. Der Stoff wurde nun durch den Aufdruck verschiedener Blumenmuster, Ranken, Sternchen oder Kreuze lebendig.

[Fotografin: Daniela Schleich]