Mit Chemnitz ist zu rechnen – Von der Rechenmaschine zum Supercomputer | 16. Juni bis 19. September 2012

Eine Sonderausstellung des Sächsischen Industriemuseums Chemnitz in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Industriemuseum Chemnitz e. V. und der TU Chemnitz

 

DER SIEGESZUG DER ELEKTRONIK IN KARL-MARX-STADT

Röhrenrechner R 12, Transistorrechner SER 2 und Robotron 300 - so hießen die ersten Meilensteine elektronischer Rechentechnik der 1960er Jahre, die in der Ausstellung zu finden waren.

Das Markenzeichen ROBOTRON entstand 1957 aus den Anfangs- bzw. Endsilben der Wörter Roboter und Elektron und steht als Synonym für die Computertechnik der DDR. Karl-Marx-Stadt entwickelte sich seit dieser Zeit zum wichtigen Entwicklungs- und Produktionszentrum mit Tausenden von Beschäftigten. Hier wurden auch die wesentlichen Arbeiten zum Einheitssystem der Elektronischen Rechentechnik [ESER] geleistet, das für den Wirtschaftsraum der sozialistischen Staatengemeinschaft entstand. Eine Großrechenanlage EC 1057 aus den 1980er Jahren, von ehemaligen Konstrukteuren wieder zum Leben erweckt, bildete deshalb das Herzstück der Ausstellung. Kein Museum verfügt mehr über eine derartige komplette Anlage. Die Besucher erhielten hier auch Kontakt zu dem bereits ausgestorbenen Datenträger Lochkarte - und konnten in diesen sogar selbst ihren Namen einstanzen.

Ein weiteres Highlight bildete ein großformatiger, künstlerisch gestalteter Wandteppich, der einst den Sitzungssaal des Robotron-Baus [E 2] an der Zentralhaltestelle zierte und vor der Vernichtung gerettet werden konnte.

Die Robotron-Geschichte endete mit dem legendären EC 1834, der als IBM-kompatibler PC von 1987 bis 1989 in 34 000 Exemplaren hergestellt wurde und erstmalig auch für die private Nutzung verfügbar war.