Durch Nacht zum Licht? Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 - 2013 | 30. Oktober 2013 bis 1. Mai 2014

Sonderausstellung in Kooperation zwischen dem TECHNOSEUM Mannheim und dem Sächsischen Industriemuseum Chemnitz zum 150jährigen Jubiläum der ADAV-Gründung in Leipzig

Fotos: TECHNOSEUM Mannheim

2013 jährte sich zum 150. Mal die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins [ADAV] unter Vorsitz von Ferdinand Lasalle in Leipzig. Dieses herausragende Jubiläum bot den Anlass, die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung von Ihren Anfängen bis heute zu präsentieren. Deshalb richtete das TECHNOSEUM Mannheim vom 2. Februar bis 25. August 2013 die große Landesausstellung in Baden-Württemberg zu diesem Thema aus.

Sachsen ist - über die Leipziger ADAV-Gründung 1863 hinaus - eine Wiege der deutschen Arbeiterbewegung und als 'rotes Königreich' zum Mythos geworden.

Die Besucher begegneten als erstem Objekt einem hölzernen Pflug um 1800 und sie verließen die Ausstellung neben einem Industrieroboter. Zwischen diesen beiden Objekten der Arbeitswelt spielte sich die Geschichte der Arbeiterbewegung ab.

In einem inszenierten Bergwerksstollen treffen streikende Arbeiter und Papst Leo XIII. aufeinander, Friedrich Ebert führte die gespaltene Sozialdemokratie 'heran an den Staat', bevor der Nationalsozialismus die Arbeiterbewegung zerschlug und zu vereinnahmen versuchte.
Der einzige Generalstreik, den die Westzonen 1948 erlebten, zeigte das Wiedererstarken der Arbeiterbewegung.

Von 1949 bis 1990 wurde die Geschichte zweifach erzählt: Getrennt durch eine große Pittler-Drehmaschine aus Leipzig konnten im Raum die Besucher vom 'Westen' auf die Entwicklung der DDR mit einer verstaatlichten Arbeiterbewegung und tiefen Zäsuren [1953, 1961, 1989] blicken. Umgekehrt richtete sich der Blick [vom Osten] auf die Entwicklung der Bundesrepublik mit Wirtschaftswunder, wilden Streiks und neuen sozialen Bewegungen.
Es wurde erkennbar, warum das Titelzitat 'Durch Nacht zum Licht' aus einem Streiklied von Heinrich Kämpchen von 1889 mit einem Fragezeichen versehen ist.

Über 600 Exponate, darunter zahlreiche aus Sachsen, illustrierten den historischen Spaziergang durch 200 Jahre.

 

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