Die IIII. Dimension - eine Erlebnisausstellung zum Phänomen Zeit | 12.06. - 12.09.2004

Eine Ausstellung der Technischen Sammlungen der Stadt Dresden in Kooperation mit dem Sächsischen Industriemuseum Chemnitz

Seit jeher haben Menschen versucht, die Zeit zu bestimmen und zu messen. Doch was ist Zeit?
Wir klagen, keine Zeit zu haben und sind doch zugleich darauf stolz, dass es so ist. Die Uhr ist in unserer schnelllebigen, hochindustrialisierten Gesellschaft allgegenwärtig, sie bestimmt unsere Arbeitswelt und prägt unser Privatleben. Längst sind heute die "Entschleuniger" auf der Bildfläche erschienen. Sie plädieren für mehr Muße, Genuss und einfach mehr Zeit für die angenehmen Dinge im Leben. Zeitmanagement-Kurse geben Ratschläge, wie man die eigene Arbeit und Zeit beherrschen kann, anstatt sich von ihnen beherrschen zu lassen.

Die IIII. Dimension lud die Besucherinnen und Besucher ein, auf eine Reise in fremde und vergangene, natürliche und technische, wissenschaftliche und phantastische Zeitsysteme zu gehen und zu erkunden, wie die Menschen Zeit messen, empfinden, ordnen und verändern.
Die Besucher erwarteten sowohl Uhrwerke und Kalender aus vergangenen Zeiten als auch zahlreiche Modelle, an denen sie sich selbst als Uhrmacher erproben konnten. Spiele und Versuche boten die Möglichkeit, eigenes Zeitempfinden zu testen. Filmen und Töne entführten in die Zeitabläufe der Natur und des Universums.

Die Zeitreise beginnt

Die Reise führte die Besucherinnen und Besucher zunächst in eine skurrile Kulisse aus Zifferblättern, Uhrzeigern und Zahnrädern. Die Geräusche von tickenden und schlagenden Uhrwerken, schreienden Hähnen und Babys, den Rufen des Nachtwächters und dem Heulen der Fabriksirene stimmten auf das Ausstellungsthema ein. Eine "Zeitmaschine" gab Antworten auf ungewöhnliche Fragen. Durch Geschicklichkeit, Kraft und Logik erfuhren die Besucher etwas über die Geschichte der menschlichen Zeitordnungen und Zeitbilder.

Zeitmaschinen oder wie man die Zeit messen kann

Große Funktionsmodelle von Wasser-, Feuer- und Sanduhren sowie verschiedene Typen mechanischer und elektrischer Uhren - sie konnten in ihrem Lauf beobachtet, belauscht und zum Teil angefasst werden.
Den Modellen gegenüber standen die Originale: alte Sonnenuhren, Präzisionsmessinstrumente wie der Marinechronometer und Uhren, welche die Arbeitszeit kontrollierten ...

Bestzeiten oder richtige und falsche Zeitpunkte

In allen Kulturen orientieren sich die Kalender einerseits am Lauf der Erde um die Sonne, andererseits am Wechsel der Mondphasen. Einen Kalender zu entwerfen, ist daher keine einfache Sache. Um Mond- und Sonnenzeiten einander anzunähern, wurden in den meisten Kalendern zusätzliche Tage oder sogar Monate eingefügt. Aber Kalender waren und sind mehr als komplizierte Rechenaufgaben. Sie sollen den Menschen auch dabei helfen, für ihre Vorhaben den jeweils besten Zeitpunkt zu bestimmen.

Ortszeit oder Wie spät ist es in Chemnitz?

Ein lokalhistorischer Exkurs entführte in die frühe Neuzeit und erinnerte anhand von wenigen Dokumenten und Objekten an die Einführung der ersten öffentlichen Uhren und an die Zeitordnungen des öffentlichen Lebens in Chemnitz. Hier lebte die alte Tradition des Türmers wieder auf, der die Aufgabe hatte, vom Hohen Turm die Zeit zu verkünden, die Glocken der Stadtkirche St. Jakobi zu läuten und die Nachtwache zu halten.

Echtzeit oder die Erfindung der Weltzeit

Am 1. November 1884 trafen sich Gesandte aus 25 Ländern der Erde zu einer Internationalen Meridian-Konferenz in Washington. Sie beschlossen, die Uhren auf der ganzen Welt nach einem einheitlichen Zeitsystem zu stellen und dafür den Globus mit einem Netz von 24 Zeitlinien zu überziehen. Dabei entstanden sehr große Gebiete mit der gleichen Zeit, insgesamt 37 Zeitzonen. Doch längst nehmen Manager weltweit agierender Firmen keine Rücksicht mehr auf die unterschiedlichen Uhrzeiten, und auch der Handel mit Aktien und Währungen macht keine Pause mehr. Und der Traum vieler Menschen, in Echtzeit an jedem Ereignis auf der Erde teilnehmen zu können, ist heute zumindest vor den Bildschirmen Wirklichkeit geworden.

Universum oder die Zeit der Sterne

Zeit ist elastisch wie ein Kaugummi. Sie kann gedehnt werden oder sich verkürzen, je nach dem, wie stark an ihr gezogen und gebogen wird. Das jedenfalls besagt die Relativitätstheorie, mit der Albert Einstein zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine völlig neue Vorstellung von Zeit und Raum begründete.
In einem Film werden die wichtigsten Episoden aus der Geschichte der Kosmologie, von den antiken Himmelsbeobachtungen über Newtons Vorstellung des absoluten Raums und Einsteins Relativitätstheorie bis zu den gegenwärtigen Diskussionen über den Ursprung und die Zukunft des Universums zusammengefasst.

Zeitzeugen oder 500 Millionen Jahre zum Fühlen

Zeit hinterlässt Spuren. In einem naturhistorischen Kabinett konnte entschlüsselt werden, was Steine, Pflanzen und Tiere über die Zeit berichten: Mineralien und Fossilien aus den frühen Erdzeitaltern, Bäume aus weit zurückliegenden Jahrhunderten, eine hundertjährige Schildkröte und eine Eintagsfliege.

Innere Uhren oder Spüren der Eigenzeit

An Versuchsstationen konnten die Besucherinnen und Besucher ihr eigenes Zeitempfinden und die Rhythmen des Körpers kennen lernen und auf die Probe stellen. Hier ging es um Geduld und Ausdauer, Schnelligkeit und Reaktionsgeschwindigkeit, Sensibilität und Geschicklichkeit.

Filmzeit oder nur im Film ist alles möglich

Nur im Film ist es möglich, die Zeit fast beliebig zu beschleunigen, verlangsamen und sogar überspringen. Zeitraffer und Montage lassen die Zuschauer Raum und Zeit völlig anders erleben als in der Wirklichkeit.