Born of Fire - Pittsburgh und Sachsen in Bildern der Kunst |
6. September bis 9. November 2008

Das 'Sächsische Manchester'

[Martha Schrag, Blick auf die Vorstadt Kappel, 1930,
Kunstsammlungen Chemnitz, Foto: László Tóth, Chemnitz]

In Sachsen fehlten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die wesentlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung einer Schwerindustrie. Sächsische Eisenerze konnten weder quantitativ noch qualitativ mit anderen deutschen Eisenerzen konkurrieren. Auch die vor Ort geförderte Steinkohle erwies sich für die Eisenverhüttung und Stahlerzeugung wenig brauchbar. Spätestens als die westdeutschen Montanwerke mit der Einführung des Thomasverfahrens in der Lage waren, phosphorreiche lothringische Erze billig und in großen Mengen zu verhütten, hatte die letzte Stunde der sächsischen Hüttenindustrie geschlagen. 1880 wurde der letzte sächsische Eisenerz-Hochofen ausgeblasen und die Erzeugung von Roheisen 1901 eingestellt. Die sächsischen Eisen- und Stahlwerke verlegten sich zunehmend auf die Verarbeitung angekauften Roheisens. Neue Eisengießereien entstanden vor allem in der Nähe der Standorte des Maschinenbaus.

In Chemnitz, dem 'Sächsischen Manchester', faszinierten die Künstler die rauchenden Schornsteine und das Leben in der Industriestadt. Martha Schrag [1870 - 1957] widmete sich zeit ihres Lebens dem Thema Arbeit und Alfred Kunze [1866 - 1943] zog vor allem das Stadtleben in Bann. Ein krasses Gegenbild zur Präsentation blühend-produktiver Fabrikensembles ist 'Die Gießerei' von Otto Dix [1891 - 1969]. Dieses Ölbild malte er als neunzehnjähriger Dresdner Kunstgewerbeschüler in stilistischer Anlehnung an van Gogh.

 

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